
Das Jahr 2010 war für Aktionäre von deutschen Unternehmen aus der Solarbranche alles andere als zufriedenstellend. Während der DAX im Jahresverlauf einen Zugewinn um satte 16 % vorweisen kann, haben die meisten Solarfirmen ein mehr als deutlich negatives Vorzeichen. So trägt im TecDAX bspw. der ehemals weltgrößte Hersteller von Solarzellen, Q-Cells, mit einer Performance von etwa -70 % die rote Laterne. Aber auch SolarWorld, der Solar-Pionier, hat mehr als die Hälfte seiner Marktkapitalisierung einbüßen müssen. Die Gründe für diese schlechte Performance sind schnell gefunden: Kürzung von Subventionen und Überkapazitäten.
Aufgrund der vergleichsweise unausgereiften Technik hing das Wachstum der Solarbranche am Tropf von staatlichen Subventionen, um gegen die klassischen Energieträger wie etwa Öl und Steinkohle antreten zu können. Deutschland tritt dabei an die internationale Spitze, was zu einem wahren Boom in Form von Unternehmensgründungen führte, die Deutschland die technologische Marktführerschaft auf dem Gebiet der Solarindustrie sicherte. Doch die Zeiten der üppigen Subventionen sind in Deutschland nun vorbei, was vor allem die Hersteller von Solarmodulen unter Druck setzt effizienter zu werden. Darüber hinaus sind große Produzenten aus China und anderen Ländern auf den Markt getreten, die zu einem deutlichen Aufbau von Überkapazitäten geführt haben. Die Kombination dieser beiden Faktoren wird zu einer Bereinigung des Solarmarktes führen, welcher auch börsennotierte Konzerne zum Opfer fallen werden.
Wenn Sie also in Solaraktien investieren wollen, sollten Sie unbedingt auf Unternehmen setzen, die den Bereinigungsprozess aktiv mitgestalten können. Hierzu sollten vor allem voll integrierte Konzerne wie bspw. SolarWorld zählen, welche die gesamte Wertschöpfungskette von der Gewinnung von Silizium bis zur Projektierung von Solarparks abbilden. Aufgrund dieser Aussichten versucht sich eine zunehmende Zahl von ehemals reinen Herstellern von Solarmodulen wie etwa Q-Cells auf eine breitere Basis zu stellen. Denn hier bieten sich die besten Möglichkeiten die Kosten zu senken und Synergien zu heben. Zudem räumen die meisten Experten den Maschinenbauern wie etwa Roth & Rau großes Potential ein.
Das Potential des Solarmarktes ist schon allein aufgrund der Endlichkeit der fossilen Brennstoffe zweifelsohne enorm. Auf lange Sicht sollten Sie als Besitzer der richtigen Solaraktien also eine entsprechend attraktive Rendite erzielen können. Kurzfristig könnten die Solaraktien aufgrund weiterer Subventionskürzungen auch in anderen Staaten und aufgrund der weiter vorhandenen Überkapazitäten weiter unter Druck geraten.